Praxisbeispiele / Studien
 
     
 
Beispiele aus der Praxis
     
 

Beispiele

Studien

 

14 jähriger Knabe mit Schulproblemen

Symptome

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Hat Mühe Informationen und Schulstoff zu speichern
  • Probleme beim Rechnen, Lesen und Schreiben

Befund

Beim quantitativen EEG wurde ein Zuviel der langsamen Alphawellen festgestellt.

Therapie

J. besucht einmal pro Woche für 45 Minuten das Neurofeedbacktraining. Nach 10 Sitzungen zeigen sich bereits erste Erfolge. J. meint von sich selber, er sei jetzt denn ein Einstein, wenn es so weitergehe. J. hat sich in den Noten deutlich verbessert, kann dem Schulstoff besser folgen, ist konzentrierter. Beim letzten Elterngespräch zeigten sich die Lehrer sehr erstaunt über den Leistungsanstieg und konnten es sich nicht erklären.

18 jähriger Jugendlicher mit ADHS

Symtome

  • Konzentrationsprobleme
  • Impulsiv, rastet schnell aus
  • Suchtverhalten

Befund

Viel zu viel der langsamen Deltawellen in den vorderen und hinteren Aufmerksamkeitsnetzwerken. Dieser Jugendliche lässt sich leicht ablenken, sein Gehirn schläft wenn es arbeiten sollte. Es stellt auf Stand-by. Bei Überforderung reagiert er impulsiv, er rastet aus.

Therapie

D. kommt wöchentlich für 60 Minuten in die Neurofeedbacktherapie. Nach ca. 20 Therapieinheiten verbessert sich seine Konzentration, in der Schule ist er ruhiger geworden, seine Schrift lesbarer. Laut Mutter ist auch der Umgang mit ihm einfacher geworden, er reagiere nicht mehr so impulsiv und der Alltag habe sich merklich beruhigt. Mittlerweile hat er seinen Lehrabschluss geschafft und steht im Berufsleben.

56 jährige Frau mit Kopfschmerzen und Tinnitus

Symptome

  • Tägliche Kopfschmerzen die zum Teil in Migräneanfälle ausarten.
  • Starker Tinnitus, der vor allem bei konzentriertem Arbeiten und beim Einschlafen stört.

Befund

Die subjektive Auswertung, anhand eines Fragebogens, macht auf den Frontalbereich aufmerksam. Auch die fehlende Stabilisation des gesamten Systems wird angezeigt.

Therapie

  • Aktivierung des Frontalhirns durch HEG (Hämoencephalographie)
  • Stabilisierung des gesamten Systems
  • Tinnitus-Training

Die Kopfschmerzen sind weniger geworden, der Tinnitus wird nicht mehr so störend wahrgenommen, das allgemeine Befinden hat sich stark verbessert. So meint Frau C., der „Nebel“ im Gehirn habe sich verzogen. Die Gedanken seien nun viel klarer, sie könne sich besser mitteilen.

 

Studien

Wirksamkeit von Neurofeedback bei ADHS-Behandlung: eine Meta-Analyse...

... über die Auswirkungen auf die Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität.

In einer aktuellen Studie wurden 15 veröffentlichte Studien metanalytisch ausgewertet. Das Ergebnis zeigt, dass Neurofeedback ein erfolgversprechendes Therapieverfahren ist. Die Analyse beruht auf Therapiedaten von ca. 1200 Patienten, davon 60 % Kinder und 40 % Erwachsene.

Insgesamt wurden 15 Studien ausgewertet bei denen Neurofeedback zur Therapie bei ADHS eingesetzt wurde. Alle Probanden hatten AD(H)S als primäre Diagnose.

Die Neurofeedbackgruppen erreichten im Gegensatz zu den Kontrollgruppen eine mittlere bis große Wirksamkeit in Bezug auf die Kernsymptome Unaufmerksamkeit und Impulsivität. Bei der Hyperaktivität konnte eine mittlere Effektstärke nachgewiesen werden. Die Meta-Analyse zeigte aber, dass vor allem die Hyperaktivität durch Neurofeedback wirksam behandelt werden kann.

In drei Studien (Bakshayesh, Gevensleben et al. und Holtmann et al.) wurde Neurofeedback mit alternativen Behandlungsmaßnahmen verglichen. Die Meta-Analyse zeigte auf, dass Neurofeedback auch diesen Behandlungsformen überlegen war. Zwar ergaben diese alternativen Behandlungen mittlere bis große Wirksamkeiten bei den Kernsymptomen, jedoch nur eine geringe Wirksamkeit bei der Verminderung von Hyperaktivität. Der Vergleich mit einer medikamentösen Behandlung ist jedoch schwierig, da aufgrund der unzureichenden Datenlage gegenwärtig noch kein aussagefähiger Vergleich zwischen einer Stimulanzientherapie (Ritalin usw.) und Neurofeedback gezogen werden kann.

Außerdem konnte die Meta-Anlayse eine nachhaltige Wirksamkeit der Neurofeedback Therapie nachweisen. So hat sich das Verhalten der Patienten drei Monate nach der Therapie nicht nur nicht verschlechtert, sondern teilweise sogar weiter verbessert. Auch Nachuntersuchungen die über drei Monate hinaus gingen, zeigten auf, dass sich im Laufe der Zeit stabile und teils verbessernde Therapieerfolge einstellten. Sechs Monate nach der Therapie zeigten sich bei den Kindern immer noch steigende Lernerfolge und auch die Eltern beurteilten die Kinder besser, als direkt nach Abschluss der Therapie.

Quellen:
www.drugfreeadd.com/downloads/ResearchADHDArns_etal_ADHD_NF_Meta_PRINT.pdf
www.brainclinics.com/file.php?fId=191

Studien zu Neurofeedback und Abhängigkeit

Eugene Peniston und ihr Mitarbeiter Paul Kulkosky führten ihre erste Studie mit einer kleinen Gruppe schwerer Alkoholiker im Jahr 1989 durch. Die Resultate waren erstaunlich. Verschiedene Wissenschaftler bemühten sich, sie durch Anrufe bei Angehörigen der zehn Abhängigen, zu verifizieren. So konnten die Ergebnisse von Penistons und Kulkoskys bestätigt werden. Nach dreizehn Monaten Neurofeedbacktherapie waren acht der zehn Studienteilnehmer „trocken“.

Die Wissenschaftler verfolgten den Lebensweg jener zehn Teilnehmer insgesamt über zehn Jahre. Sieben von zehn Versuchsteilnehmer blieben „trocken“, der achte verstarb innerhalb des Beobachtungszeitraums. Innerhalb der Studie fanden die Wissenschaftler heraus, dass die mit Biofeedback und Neurofeedback behandelten Patienten einen geringeren Level an Beta-Endorphinen aufwiesen. Beta-Endorphine sind als Stresshormone bekannt.

Eine Fallstudie

1992 beobachteten Steve Fahrion und seine Kollegen einen Klienten während eines Alpha-Theta-Neurofeedbacks besonders intensiv. Der Mann war Alkoholiker und seit achtzehn Monaten „trocken“. Allerdings war bekannt, dass sein Verlangen nach Alkohol in Stresssituationen ansteigt und man fürchtete, er könnte rückfällig werden. Nach der Neurofeedback-Therapie zeigte dieser Mann sowohl in stressreichen wie in stressarmen Zeiten deutlich weniger Reaktionen auf Stress. Der Patient selbst, seine Frau und seine Kollegen berichteten, dass er wesentlich entspannter agiere und kein Verlangen nach Alkohol mehr zeige.

Die CRI-Help Studie

Zwei weitere Wissenschaftler, die die Wirkung von Neurofeedback auf Abhängige untersuchten, waren William Scott und David Kaiser. Sie bildeten eine Studiengruppe aus 48 und eine Kontrollgruppe aus 43 Personen. Alle Teilnehmer wurden stationär in einer Klinik behandelt. Die Klinik, CRI Help genannt, fußte mit ihrer Behandlung auf dem so genannten „Minnesota-Modell“. In diesem zwölfstufigen Programm wird der jeweilige Patient durch die Gruppe, das familiäre Umfeld und durch eine individuelle Therapie gestärkt. Zusätzlich zum Programm bekam die Studiengruppe vierzig bis fünfzig Neurofeedback-Sitzungen. Die Studienteilnehmer begannen mit zehn bis zwanzig Sitzungen eines SMR-Beta-Trainings, um kognitive Kontrolle zu erlangen, bevor mit Alpha-Theta-Neurofeedback begonnen wurde. Die Teilnehmer der Studiengruppe zeigten im Verlauf der Studie weitaus mehr positive persönliche Veränderungen als die Kontrollgruppe. Eine Folgeanalyse nach 24 Monaten brachte noch größere Unterschiede zutage. Für den Vorstandsvorsitzenden von CRI-Help war das Ergebnis der von ihm initiierten Studie besonders beeindruckend, „Wir haben es nicht mit üblichen Studienteilnehmern zu tun“, sagte er. Die meisten würden durch Gerichte an CRI-Help überwiesen. Sollten die Studienergebnisse von anderen Studien bestätigt werden, würde das aus seiner Sicht den Standard der Therapie von Abhängigkeiten komplett verändern.

Neurofeedback und Lernschwäche

Die Studie „Neurofeedback for Elementary Students with Identified Learning Problems” aus den Jahren 2001/2002 stellte sich der Frage, ob das Lesen sowie Lesen und Verstehen, das Zusammenfassen von Gelesenem und der Intelligenzquotient durch Neurofeedback gesteigert werden können.

Die Studiengruppe wurde aus Schülerinnen und Schülern der 6.- 8. Klasse zusammengestellt. Aus denselben Klassen stammen auch die Mitglieder der Kontrollgruppe. Bei allen Schülerinnen und Schülern wurden Vor- und Nachtests durchgeführt, um die Lesestärke und die kognitiven Fähigkeiten zu ermitteln. Bei fast allen Schülerinnen und Schülern der Studien- und der Kontrollgruppe wurden vorab spezielle Lernschwächen oder andere Beeinträchtigungen entdeckt, die das Lernen negativ beeinflussen. Eine gewisse Ausnahme bildeten drei Schüler, mit der Diagnose ADH(S).

Studienverlauf

Beide Gruppen, die Studien- und die Kontrollgruppe, folgten weiterhin ihren individuellen Bildungsplänen. Das Neurofeedback-Training der Studiengruppe dauerte jeweils 30 bis 45 Minuten und wurde in der Regel einmal pro Woche durchgeführt. Die genaue Anzahl der Sitzungen in der Studiengruppe variierte aufgrund von Fehlzeiten in der Schule, Tests, Ausflügen und anderen Dingen des Schul- und Lebensalltags. Durchschnittlich durchlief jeder Teilnehmer der Studiengruppe aber 28 Sitzungen innerhalb der Studienlaufzeit.

Ergebnisse

Die Neurofeedback-Gruppe verbesserte ihre Leistungen bei Lesetests deutlich im Vergleich zu der Kontrollgruppe. Ein Zusammenhang zwischen Leseleistung und Neurofeedback war zu beobachten. In der Neurofeedback-Gruppe wurde im Vergleich zur Kontrollgruppe auch eine signifikante Steigerung der verbalen Intelligenz sowie der gesamten Intelligenz festgestellt. Die Resultate unterstützen die These, dass Neurofeedback eine geeignete Methode zur Steigerung des Intelligenzquotienten und der Leseleistung sein kann.

Neurofeedback und chronischer Schmerz

Eine Reihe US-amerikanischer Wissenschaftler veröffentlichte im Jahr 2007 einen Artikel im Journal of Neurotherapy, in dem es um eine Studie zum Einsatz von Neurofeedback im Kampf gegen chronischen Schmerz ging. Konkret ging es dabei um Patienten, die an dem Complex Regional Pain Syndrome Type I (CRPS-I) litten. Diese Erkrankung ist teilweise in Deutschland auch als Morbus Sudeck bekannt. Sie wirkt auf die Gliedmaße und kann beispielsweise nach Operationen oder Verletzungen auftreten und zur Versteifung von Gelenken führen.

Im Verlauf der Krankheit kommt es in der Regel zu teils starken Schmerzen. Laut Aussage der Studienautoren zeigt sich CRPS-I renitent gegenüber klassischer medizinischer Versorgung. Bereits vor ihrer Studie gab es Anzeichen dafür, dass ein Neurofeedbacktraining Patienten möglicherweise beim Kampf gegen ihre Schmerzen hilft. Ziel der Studie war es, mehr Informationen über die Effekte von Neurofeedback auf Patienten mit chronischen Schmerzen zu sammeln. Dazu sollte festgestellt werden:

  • die durchschnittliche Verringerung von Schmerzen bei Patienten mit CRPS-I durch Neurofeedback-Training
  • wie viele Patienten über verringerte Schmerzen berichten, die klinisch bedeutsam sind
  • welche möglichen anderen Verbesserungen sich für die Versuchspersonen durch Neurofeedback ergaben

Für die Studie wurden achtzehn Versuchspersonen aus einem multidisziplinären Behandlungsprogramm ausgewählt. Eingestuft wurde die Intensität ihrer Schmerzen in einer Messskala von 0 bis 10. Berücksichtigt wurden dabei die Schmerzen im Schmerzzentrum sowie an anderen Stellen des Körpers und auch andere auftretende Symptome. Die Schmerzintensität wurde jeweils vor und nach einer halbstündigen Neurofeedback-Sitzung gemessen. Eine Serie von Tests diente dazu, die Signifikanz aller beobachteten Veränderungen zu ermitteln. Im Computer wurden die Effekte und prozentual auftretende Verbesserungen zudem analysiert, um das Ausmaß der beobachteten Veränderungen bei Symptomen zu bestimmen.

Ergebnis

Die Hälfte der Studienteilnehmer berichtete von einer gesenkten Schmerzintensität, die klinisch bedeutsam war. Damit zeigten sich bei der Studie substanzielle und signifikante Veränderungen nach den Neurofeedback-Sitzungen. Fünf von sieben nachfolgende Ergebnis-Messungen zeigten ebenfalls signifikante Verbesserungen durch das Neurofeedback-Training.

weitere Infos unter www.musicandhealth.com/CGPubs.html

Neurofeedback und Schlaflosigkeit

Wer an Schlaflosigkeit leidet, wird sich fragen, wo die Ursachen dieses Leidens liegen. Nach der 2008 geäußerten Ansicht des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), Geert Mayer, leiden insgesamt 20% aller Deutschen an mehr oder weniger starken Schlafstörungen. Neue Studien sehen beeinträchtigte Informationsprozesse infolge einer kortikalen (von der Hirnrinde ausgehenden) Übererregung als mögliche Ursache. Neurofeedback könnte eine Methode sein, Schlafstörungen zu verringern oder gar zu beheben.

Eine Studie der Freien Universität Brüssel hat die Effekte von Neurofeedback auf den Schlaf und das subjektive Schlafempfinden von Patienten mit Schlaflosigkeit untersucht.

Insgesamt siebzehn an Schlaflosigkeit leidende Patienten wurden zufällig, entweder einer Neurofeedback-Gruppe oder einer Gruppe mit elektrographischem Biofeedback, (Messung der elektrischen Muskelaktivität) zugeordnet. Erstgenannte Gruppe hatte schließlich neun und letztgenannte acht Teilnehmer. Eine Polysomnografie (Komplettuntersuchung des Schlafes) lieferte vor und nach der jeweiligen Behandlung wichtige Messwerte. Die absolute Schlafzeit (Total Sleep Time; TST) gehörte dabei zu den wichtigsten zu messenden Variablen. Ebenfalls eine wichtige Variable war die Einschlafzeit. Sie verringerte sich in beiden Gruppen. Eine signifikante Verbesserung der absoluten Schlafzeit fand sich dagegen nur in der Neurofeedback-Gruppe.

Neurofeedback und Epilepsie

Epilepsie gilt als eine Störung des Nervensystems, bei der die Nervenzellen unkoordiniert Signale abgeben. Diese können beispielsweise zu heftigen unkontrollierten Muskelzuckungen führen. Das Alltagsleben von Erkrankten kann durch Epilepsie sehr stark beeinträchtigt sein. Schätzungen zufolge wirken Medikamente bei etwa einem Drittel aller Epilepsie-Patienten nicht wie gewünscht. Bei der Suche nach möglichen Alternativen ist Neurofeedback ein Thema.

Um herauszufinden, ob Neurofeedback für Epilepsie-Kranke tatsächlich eine Hilfe bedeuten kann, führten Wissenschaftler des Michael E. DeBakey VA Medical Centers (USA) eine sogenannte Metaanalyse durch. Das heisst, sie analysierten alle EEG Biofeedbackstudien aus den Jahren 1970 bis 2005, die sich mit Veränderung der Anfallshäufigkeit bei Epilepsie durch Neurofeedback auseinandergesetzt hatten.

Von den 63 gefundenen Studien boten zehn ausreichend Information, um im Rahmen der Metaanalyse ausgewertet werden zu können. Durchweg alle Studien wurden mit Patienten durchgeführt, die nicht auf eine medikamentöse Behandlung der Epilepsie ansprachen. Ergebnisse der Metaanalyse: In allen Studien wurde ein verringertes Auftreten von Anfällen nach der Behandlung mit Neurofeedback verzeichnet. 74% der untersuchten Patienten berichteten zusätzlich von einer geringeren Anzahl von Anfällen pro Woche. Die Metaanalyse ergab eine signifikante Reduktion der Anfallshäufigkeit durch die Neurofeedbacktherapie. Für all diejenigen Epileptiker für die Medikamente keine Erleichterung bedeuten, könnte dies eine gute Nachricht sein.